Wikileak-Gründer meldet sich aus dem Untergrund

London. Die Internetadresse der Enthüllungsplattform Wikileaks ist seit heute Morgen auf “wikileaks.ch” erreichbar. Die Schweizer Piratenpartei habe die Adresse schon vor einem halben Jahr registieren lassen, sagte deren Präsident, Denis Simonet gegenüber Radio Basel. Die Piratenpartei sieht sich als Vertreterin der “Digitalen Generation”. Inzwischen meldete sich der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, aus dem Untergrund.
Der Wikileak-Gründer Assange wird international gesucht. Ihm wird Vergewaltigung vorgeworfen.

AGENTURMELDUNG:
Bern (sda/apa/dpa) Kurz nach 10:00 Uhr MEZ teilte Wikileaks über
Twitter mit, dass man nun in Schweiz «übersiedelt» sei und eine neue
Domain (Internetadresse) habe: Statt auf «wikileaks.org» ist die
Enthüllungsplattform ab sofort auf «wikileaks.ch» erreichbar.

Allerdings wurde bisher offenbar nur die Startseite übersiedelt,
die Links zu den eigentlichen, umstrittenen Dokumenten lagen vorerst
noch auf dem nicht mehr erreichbaren Server.

Die Internetadresse Wikileaks.org ist seit dem späten
Donnerstagabend nicht nicht mehr direkt erreichbar, sondern nur noch
über die IP-Adresse, also die Zahlenfolge, die jeden Computer im
Internet eindeutig identifiziert.

Grund ist, dass der amerikanische Domain-Name-Provider EveryDNS,
der die Adresse verwaltet, nach eigenen Angaben die Bearbeitung von
Anfragen für die Website eingestellt hat. Dies sei notwendig
geworden, da es wiederholt zu Angriffen auf die Adresse gekommen
sei. «Massive» Attacken hätten die gesamte Infrastruktur des
EveryDNS-Netzwerkes gefährdet, hiess es. EveryDNS verwaltet den
Zugang zu rund 500’000 Websites.

Die deutsche Domain Wikileaks.de war aber weiter erreichbar, auch
waren dort weiter die veröffentlichten Dokumente einsehbar. Die
Abschaltung von Wikileaks.org bestätigte die Gruppe über Twitter.

Die Plattform hat die Regierungen der USA und vieler anderer
Staaten verärgert, weil dort fast eine halbe Million als vertraulich
oder geheim eingestufte Dokumente über die Kriege der USA im Irak
und in Afghanistan und zuletzt Zigtausende Mitteilungen von US-
Diplomaten veröffentlicht worden waren.

Zuvor hatte schon Amazon.com den Stecker gezogen und Wikileaks
von seinen Servern vertrieben. Wikileaks.org hatte davor die
Mietserver von Amazon zur Speicherung der veröffentlichten Dokumente
genutzt. Amazon war nach Bekanntwerden dieses Vorgang von
Kongressabgeordneten in den USA unter Druck gesetzt worden. Die
Website nutzt derzeit noch einen schwedischen Provider, Bahnhof.